Unsere Schwerpunktthemen

Gewalt gegen Frauen in Beziehungen

  • kommt häufiger vor, als die meisten Menschen denken;
  • Befragungen kamen zu dem Ergebnis, dass jede 4. Frau schon einmal durch einen Partner Gewalt erlebt hat;
  • es ist immer noch eine große Hemmschwelle, über die erfahrene Gewalt zu sprechen;
  • Gewalt kann Frauen jeden Alters, aller Kulturen und in allen Bevölkerungsschichten treffen;
  • Gewalt in Beziehungen kann bedeuten: körperliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, verbale und psychische Gewalt, soziale Gewalt und ökonomische Gewalt;
  • unser Angebot richtet sich auch an Frauen, die Gewalt in einer lesbischen Partnerschaft erleben.

Wir unterstützen Frauen, indem wir gemeinsam Schritte aus der bedrohlichen und schwierigen Lebenssituation entwickeln, z. B. durch entlastende Gespräche und Entscheidungshilfen.

Wir respektieren und unterstützen Frauen in ihrer Selbstbestimmung und als Expertin für sich. Die Beachtung der Bedürfnisse betroffener Kinder nimmt eine wichtige Stellung in den Beratungen bei häuslicher Gewalt ein.

Im Vordergrund unserer Arbeit stehen die Stärkung von Selbstverantwortung und die Aktivierung des Selbstwertgefühls.

Beziehungskonflikte, Trennung, Scheidung         

Beziehungskonflikte sind häufig dann Anlass, zur Frauenberatungsstelle zu kommen, wenn der Partner / die Person, mit der der Konflikt besteht, sich nicht vorstellen kann, gemeinsam eine Beratungsstelle aufzusuchen. In der Beratung können die Beziehungsstrukturen, anders als im Gespräch mit Bekannten oder Familienangehörigen, mit einer neutralen Person betrachtet und angesehen werden, ohne unter Druck zu einer schnellen Lösung zu kommen. Auch die Veränderung eigener Verhaltens- und Sichtweisen kann zu einer Umgestaltung in der Partnerschaft / in der Familie führen.

Eine gleichberechtigte Partnerschaft bietet unseres Erachtens die beste Basis für die Entwicklung einer guten Streit- und Konfliktlösungskultur. Für lesbische Paare bieten wir Paarberatung an. Wir bieten keine fertigen Lösungen, sondern suchen in der Beratung nach neuen Wegen der Lebensgestaltung, die der Ratsuchenden entsprechen und zu mehr Zufriedenheit führen.

Langandauernde Konflikte können auch der Anlass sein, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um zu entscheiden, ob die Beziehung fortgeführt werden soll oder eine Trennung der „bessere“ Weg ist.

Für Frauen in Trennungs- und Scheidungssituationen bieten wir neben der Informationsberatung zur Existenzsicherung auch Unterstützung in sorge- und umgangsrechtlichen Angelegenheiten.

Eine Trennung hinterlässt oftmals tiefe seelische Verletzungen und bedeutet häufig auch den  Verlust eines ganzen Lebenskonzeptes. Gespräche helfen bei der emotionalen Bewältigung.   

Sexualisierte Gewalt

Begrifflichkeit

Sexualisierte Gewalt ist ein Sammelbegriff für alle Formen von Gewalt – von sexueller Belästigung über kommerzielle sexuelle Ausbeutung bis zur Vergewaltigung – bei der eine sexuelle Handlung einer anderen Person aufgezwungen wird. Wir sprechen von sexualisierter Gewalt, weil es sich um eine Form der Gewalt handelt und nicht um eine Form fehlgesteuerter oder aggressiver Sexualität. Sexualisierte Gewalt zielt darauf ab, das Opfer mittels Überschreitung und Verletzung intimster Grenzen zu dominieren und zu erniedrigen.

Sexualisierte Gewalt stellt einen massiven Angriff auf die weibliche Würde und das Recht auf Selbstbestimmung dar und bedeutet immer eine Verletzung der körperlichen und seelischen Integrität. Sie ist eine extreme Form der Machtdemonstration, die zumeist von Männern gegenüber Frauen und Mädchen ausgeübt wird.

Auswirkungen

Keine sexualisierte Gewalttat ist ohne Folgen für die betroffene Frau. Diese reichen von akuten traumatischen Belastungsreaktionen bis hin zu über Jahre anhaltenden psychischen, manchmal auch körperlichen Beeinträchtigungen. Die Schwere und die Ausprägung der Folgen sind abhängig von den Ressourcen des Opfers, vom Kontext, von der Schwere der Tat und vom Bekanntheitsgrad zwischen Opfer und Täter. Jede betroffene Frau reagiert nach einer Tat in einer ihr gemäßen Weise. So verschieden wie Menschen sind, so verschieden können die direkten und späteren Reaktionen sein. Keine dieser Gewalttaten bleibt zudem ohne Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben von Männern und Frauen.

Vorurteile

Bei keinem anderen Verbrechen werden die Opfer so häufig für die Tat, die gegen sie gerichtet war, mit verantwortlich gemacht. Dies geschieht besonders dann, wenn der Täter aus dem sozialen Nahraum stammt. Dies ist aber bei den meisten sexualisierten Gewalttaten der Fall.

Bei keiner anderen Straftat wird einem Opfer in der öffentlichen Diskussion so schnell eine Falschaussage unterstellt. Regelrechte Falschbeschuldigungen sind jedoch gerade im Bereich der sexualisierten Gewalttaten selten. Viel häufiger verzichten Frauen aus Angst oder Scham auf eine Anzeige. Die Anzeigewahrscheinlichkeit sinkt besonders, je intensiver Opfer und Täter sich kennen.

Unser Ziel

ist es, den Vorurteilen und Unsicherheiten etwas entgegen zu setzen und mehr Menschen dafür zu gewinnen, dass:

  • Strukturen, die sexualisierte Gewalt fördern, aufgedeckt werden
  • immer weniger Menschen zulassen, dass Gewalt verharmlost wird und sich in die Köpfe als ‚normal’ einschleicht
  • Opfer nirgends mehr verantwortlich gemacht werden für die Erniedrigungen, die sie erlebt haben
  • Tätern die „rote Karte“ gezeigt wird und diese spüren, dass die Menschen in ihrem Umfeld Position beziehen und nicht wegsehen, sondern eingreifen und der Frau, die betroffen ist, den Rücken stärken
    (Das Schweigen beginnt immer noch beim stillschweigend geduldeten (sexistischen) Witz, der auf Kosten anderer geht.)
  • Frauen und Mädchen zunehmend mehr Ermutigungen erhalten, ihrer eigenen Wahrnehmung in Kontakten zu vertrauen und entsprechend ihres eigenen Schutzes handeln.

Unser Angebot     

Als Fachstelle für sexualisierte Gewalt stellen wir unser Fachwissen anderen Einrichtungen zur Verfügung. Wir bieten Fachvorträge, Fachberatung und Unterrichtsgestaltung für Schulen an.

Unser Beratungsangebot für betroffene Frauen umfasst

  • Informationsberatung zu Anzeigeerstattung und Gerichtsverfahren
  • Entscheidungsberatung: Will ich den Täter anzeigen? Was spricht dafür? Was dagegen?
  • Begleitung zu Gericht, Polizei, Krankenhaus
  • Psychosoziale Beratung und Therapie

Beratungs- und Therapieangebot richten sich dabei nach der spezifischen Situation und Befindlichkeit der Klientin. Wesentliches Merkmal unserer Arbeit ist dabei immer, dass die Klientin Expertin in eigener Sache ist und alles während der Beratung mit ihr abgestimmt wird. Darüber hinaus verwenden wir zur Stabilisierung nach einer Gewalttat, zur Klärung der aktuellen Situation und Verarbeitung der meist verstörenden Erlebnisse, Methoden verschiedener psychotherapeutischer Richtungen, der frauenspezifischen Beratung und der Traumatherapie.

Ihr Weg zu uns

Für ein Beratungsgespräch müssen Sie vorher einen Termin mit uns vereinbaren. Rufen Sie uns an. Sie sind herzlich willkommen.

Sie erreichen uns direkt in unseren telefonischen Sprechzeiten:

  • Jeden Montag von 14.00 – 16.00 Uhr
  • Jeden Donnerstag von  9.00 – 11.00 Uhr

Telefon: 02161 – 23237

Außerhalb dieser Zeiten erreichen Sie uns nicht immer persönlich. Sie können aber eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterlassen.

Kontakt

Frauenberatungsstelle Mönchengladbach
Kaiserstr. 20
41061 Mönchengladbach

Tel.: 02161 – 23237
Fax: 02161 – 23092

E-Mail:
info@frauenberatungsstelle-mg.de

Telefonische Sprechzeiten

Montags: 14.00 – 16.00 Uhr
Donnerstags: 9.00 – 11.00 Uhr

Außerhalb unserer Sprechzeiten können Anrufe nicht immer persönlich entgegen genommen werden. Sie haben dann die Möglichkeit, eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen.

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